Smart Contracts

Was sind Smart Contracts? Einfach erklärt!

Wo wäre die Menschheit heute ohne Revolutionen? Mit ihnen kommen neue Denkansätze, Innovationen und Lebensweisen. Derzeit befinden wir uns wohl inmitten der größten Revolution des digitalen Zeitalters. Rund um die Blockchain, NFTs und Kryptowährungen gibt es viele spannende Ansätze, die das künftige Leben maßgeblich mitbestimmen werden.

Die Zukunft soll noch digitaler, effizienter und vor allem sicherer werden. Mit intelligenten Smart Contracts folgt der nächste Schritt in Sachen Automatisierung.

Doch für welche Anwendungsbereiche macht dies Sinn und welche Technik steckt dahinter?

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Was ist Smart Contracts?

Smart Contracts sind code-basierte Programme, die auf der Blockchain ausgeführt und gespeichert werden. Der Code enthält bereits vordefinierte Regeln für die Transaktion. Erfüllen die Beteiligten alle vorab definierten Konditionen, wird die Transaktion automatisch ausgeführt.

Die Verträge werden innerhalb eines Distributed Ledgers verwaltet. Neben der Ethereum Blockchain, kann nun auch Cardano (ADA) Smart Contracts anbieten. Letztere haben erst vor Kurzem das Upgrade Alonzo veröffentlicht. Die bereits eingepflegten Smart Contracts sind jedoch bisher nicht veröffentlicht.

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Diese nie da gewesene Möglichkeit, Peer-to-Peer Transaktionen ohne sämtliche Mittelsmänner auszuführen, schafft ungeahnte Möglichkeiten. Alle Bereiche, in denen Informationen verifiziert oder lizenziert sowie gespeichert werden müssen, können davon profitieren. Bereits in den 90er-Jahren kam der Informatiker Nick Szabo auf diese bahnbrechende Idee. Doch die Praxis sollte noch fast 20 Jahre auf sich warten lassen.

In Bezug auf die Sicherheit gibt es wohl derzeit keine Technologie, die höhere Standards aufweist. Sämtliche gespeicherten Daten auf der Blockchain sind nachvollziehbar und absolut fälschungssicher. Die kryptografischen Verschlüsselungsverfahren verhindern eine nachträgliche Änderung oder sogar die Vernichtung der Vertragsinhalte. Denn einen Private-Key gibt es nicht.

Das schafft Vertrauen zwischen den beteiligten Parteien.

Basierend auf komplexen “wenn, dann”-Regeln autorisieren vernetzte Informationssysteme gemäß den Bedingungen sogar eigenständig Zahlungen. In einer Welt, in der es zunehmend um Schnelligkeit geht, wird so ein signifikanter Wettbewerbsvorteil erlangt.

Zudem können die Transaktions- und Verwaltungskosten auf ein Minimum reduziert werden. Das Fehlerrisiko sinkt, durch den nicht vorhandenen, manuellen Arbeitsaufwand. Notare oder weitere Dritt-Parteien müssen nicht herangezogen werden. Die Blockchain basierte Validierung der Gültigkeit ist ausreichend.

Sind die internationalen, rechtlichen Weichen erst einmal gestellt, wird man in ein paar Jahren gar nicht mehr ohne Smart Contracts auskommen.

Was ist Ethereum?

Viele kennen Ethereum als handelbare Krypto-Währung Ether (ETH). Doch die Ethereum Blockchain Technologie ist im Gegensatz zu Bitcoin nicht nur auf monetäre Funktionen ausgelegt. Vielmehr ist sie als zentrales Netzwerk konzipiert, welche einen schnellen P2P Austausch von sämtlichen Werten ohne Server ermöglicht. Anders als bei Bitcoin ist auch die maximale Anzahl an ETH nicht limitiert.

In Bezug auf Smart Contracts hat sich Ethereum als primärer Anbieter positioniert. Die eigens entwickelte Programmiersprache Solidity übersetzt diese in Bytecode. Sämtliche Inhalte werden in der öffentlichen Blockchain verschlüsselt aufgezeichnet und sind für alle Marktteilnehmer einsehbar.

Mithilfe der Verwendung sogenannter dApps (dezentraler Anwendungen) können verschiedenste Produkte für die Blockchain entwickelt werden. Unabhängig von App-Stores oder Providern können diese einfach released und zur Verfügung gestellt werden. Die Inhalte liegen somit stets in der Hand der Nutzer.

Unternehmen wie RWE und Microsoft setzen bereits auf die von Vitalik Buterin entwickelte Lösung, um digitale Prozesse abzubilden. Möchte man als privater Anleger partizipieren, so sollte man zunächst über eine seriöse Krypto-Börse eine gewisse Anzahl an Coins kaufen. Auf einem Ledger oder Wallet können diese sicher verwahrt und gespeichert werden. Am sichersten ist es, wenn dieses nicht mit dem Internet verbunden ist.

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Anwendungsmöglichkeiten bei Smart Contracts

Die vorrangige Nutzung von Smart Contracts begründet sich in der Sache selbst. Intelligente Verträge können primär für wirtschaftliche und bürokratische Transaktionen genutzt werden, sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür erfüllt sind. Dies bedeutet, dass vor allem Banken, Versicherungen und Behörden einen großen Nutzen in der Anwendung von Smart Contracts haben.

Ein Beispiel aus der Praxis: Smart Contracts werden auch bei dem Verkauf und Kauf von sogenannten NFT (Non Fungible Token) geschlossen. Die digitalen Kunstwerke lassen sich mit wenigen Klicks erstellen und auf der Blockchain speichern. Dieses NFT kann unter anderem auch eine personalisierte Eintrittskarte zu einem Konzert oder ein Flugticket sein.

Versicherungen bekommen die Möglichkeit, entstandene Schadensfälle automatisch abzuwickeln und alle relevanten Informationen auf der Blockchain zu dokumentieren. Künstliche Intelligenz kann diese Daten im Hintergrund anonymisiert auswerten und so die Unternehmenssteuerung unterstützen. Versicherungsbetrug kann durch gefundene Anomalien präventiv verhindert werden.

Anstalten des öffentlichen Rechts und Behörden haben ein besonderes Interesse daran, ihre sensiblen, personenbezogenen Daten zu schützen. Die digitale Kontrollinstanz verhindert Cyber-Kriminalität. Etablierte Finanzinstitute setzen auf Smart Contracts, um ihre Geschäftsprozesse zu beschleunigen, Ressourcen zu sparen und noch flexibler auf Kursschwankungen reagieren zu können. Zudem erhoffen sie sich eine Minimierung des internen Aufwands bei Freigabeprozessen.

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Immobilien. Statt manuellen Anpassungen an Marktveränderungen könnten Smart Contracts dazu beitragen, Senkungen und Steigungen automatisch vorzunehmen. Darüber hinaus wird der gesamte Kaufs- oder Verkaufsprozess vereinfacht.

In gewisser Weise werden Smart Contracts bereits heutzutage schon im Software-Lizenzgeschäft verwendet. Die Systeme erkennen unautorisierte Zugriffe oder parallele Log-ins und sperren den Zugang. Diese Vorgehensweise kann weiter professionalisiert werden.

Zuletzt revolutionieren Smart Contracts auch die internationalen Supply-Chains. An der Ausgestaltung von Verträgen sind oft viele Personen beteiligt. Ob kleines Unternehmen oder großer Konzern – sie alle legen Wert auf Effizienzsteigerung, Prozessautomatisierung und die Kostensenkung von Verwaltungsprozessen. Mit Smart Contracts gehören riesige Stapel Papier der Vergangenheit an.